Tutorials und mehr zu Serie 60 Smartphones... Mobile-Tutorials
Die Webseite in der Hosentasche - Apache auf dem Smartphone
Vorwort
Die erste Webseite für die Hosentasche - der Gedanke ist gar nicht mal so übel.
In der heutigen Zeit ist das Handy zum ständigen Begleiter geworden. Speichert es gleichzeitig die eigene Internetseite, ergeben sich damit ganz neue Möglichkeiten. Blogger können beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit einen neuen Artikel verfassen, auf Reisen können die daheimgebliebenen Leser direkt die neuesten Urlaubsbilder sehen.
Dies ist zwar schon heute möglich, doch deutlich umständlicher. Man benötigt ein FTP-Programm, um gemachte Bilder auf den Webserver zu laden. Die Einträge müssen per Formular eingetragen werden.
Nokia hat eine erste Version eines mobilen Apache-Servers veröffentlicht. Er demonstriert sehr gut, was - neben meinen Vorschlägen - noch alles mit einer Webseite in der Hosentasche machbar ist.
Download
Die benötigte Software ist frei bei Nokia downloadbar.
Sie wurde mit einem 6630 entwickelt, läuft aber auch auf meinem 6680 problemlos. Ältere Geräte werden nicht unterstützt.
Damit die Webseite auf dem Handy später per Browser aufgerufen werden kann, wird ein Account benötigt. Sofern noch User angenommen werden, lässt sich dieser ganz einfach per E-Mail anfordern. Mehr dazu in genanntem Link.
Python wird benötigt, anschließend werden die Installationsdateien aus dem Zip-Archiv installiert.
In den Einstellungen von Raccoon, wie sich der mobile Server nennt, müssen die von Nokia zugesendeten Zugangsdaten eingetragen werden.
Und los geht's...
Nach dem Start des Webservers auf dem Smartphone lässt sich die von Nokia zugeteilte URL im Webbrowser jedes Computers aufrufen.
Die Geschwindigkeit des Servers ist bei meinem Nokia 6680 mit UMTS von o2 ziemlich annehmbar - die Beispieldateien sind aber auch nicht allzu groß.
Der Inhalt der Webseite ist natürlich frei veränderbar. Standardmäßig sind ein paar interessante Demoapplikationen an Bord.
So lässt sich beispielsweise eine Nachricht an das "Server-Smartphone" senden, die wahlweise sofort aufpoppt, oder im Posteingang landet.
Auch ein Zugriff auf Kontakte, Favoriten, Nachrichten, Kalendereinträge oder Bilder des Smartphones ist möglich - Passwortgeschützt.
Nett ist auch die Funktion, ein aktuelles Bild der im Handy eingebauten Kamera anzufordern. Auf dem Gerät erscheint eine Abfrage, ob ein Foto geschossen werden soll. Bei Bestätigung macht das Smartphone ein Bild in VGA-Auflösung und sendet dieses an den User.
Fazit
Meiner Ansicht nach hat diese Idee Potential - eine Webseite in der Hosentasche würde wie erwähnt einige neue Möglichkeiten bereitstellen.
Für einen größeren Webauftritt ist ein Handy natürlich nicht geeignet - aber ein kleiner Weblog, z.B. während einer Urlaubsreise, wäre eine praktische Anwendungsmöglichkeit.
Zumindest, wenn die Preise für GPRS / UMTS in Zukunft so tief sinken, dass ein längerfristiges Hosten auf dem Smartphone auch bezahlbar wäre.
