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Nokia N80 - Testbericht

Nach einer langen Wartezeit ist es endlich da - mein Nokia N80. Meine bisherigen Erfahrungen und Meinungen finden sich hier.

Einige Punkte wie die Akkulaufzeit sind bislang noch nicht genauer erörtert - hier fehlt die Dauererfahrung. Ich werde sie bei Zeiten nachreichen.

Äußerer Eindruck, Verarbeitung

Das N80 in der Smooth Stainless Variante macht - unter anderem durch die Verwendung von gebürstetem Metall um das Display - einen edlen Eindruck. Leider ist gerade diese gebürstete Fläche ziemlich empfindlich für Fingerabdrücke.
Der Slider hat ein minimales Spiel, ansonsten gibt es an der Verarbeitung nichts auszusetzen. Knarzstellen konnte ich bislang nicht entdecken.

Der Schiebemechanismus, der die numerische Tastatur preisgibt, wird ohne die Hilfe einer Feder o.ä. bewegt. Ist das Tastenfeld komplett heraus- oder hereingefahren, rastet der Mechanismus fühlbar ein. Wie schon beim alten Nokia 7650 bietet auch das N80 bei jedem Mal, dass man die Tastatur einschiebt, die Aktivierung der Tastensperre an. Beim Aufschieben wird sie selbstständig wieder geöffnet.
Erhält das N80 im geschlossenen Zustand einen Anruf, so kann dieser durch das Aufschieben des Sliders angenommen und durch das Zusammenschieben beendet werden - ein nettes Feature.

Tastatur

Die Tasten vermitteln allesamt einen guten Druckpunkt und lassen sich intuitiv treffen. Für mich als bisherigen 6680-Nutzer ist es beim Verfassen der Texte bislang noch ungewohnt, die Stift- und die C-Taste auf dem oberen Slider zu finden und nicht rechts neben dem Tastenfeld. Diese Platzierung der beiden Tasten hat allerdings ihre Vorteile, nachdem man sie nicht nur zur Textbearbeitung benötigt.

Im Gegensatz zu der Meinung anderer N80-Besitzer hatte ich bislang keine Probleme damit, die unterste Ziffernreihe beim numerischen Tastenfeld zu betätigen. Einzig die Tatsache, dass die beiden äußeren Tastenreihen ein wenig abgeflacht sind, und die sich mittlere dadurch größer anfühlt, sorgt beim Schreiben bei mir für ein komisches Gefühl. Dies hätte Nokia lieber unterlassen sollen.

Die Tastenbeleuchtung erscheint auf beiden Tastenfeldern in einem kräftigen Blau und leuchtet die Tasten gleichmäßig aus.

Neben den für Series 60 Geräte obligatorischen Tasten sind beim N80 zwei weitere hinzu gekommen: eine seitliche Kamerataste, durch die man nach längerem Drücken die Kamera aktiviert, und eine Multimedia-Taste. Letztere belegt die Navigationstaste mit fünf selbst konfigurierbaren Verknüpfungen.
Was für einen tieferen Nutzen man aus diesen fünf Verknüfungen dann genau zieht, wollte sich mir bislang nicht erschließen - meiner Ansicht nach hätte man problemlos darauf verzichten können.

Display

Der Screen des N80 überzeugt mit einer Auflösung von 352x416 Pixeln bei 262.144 Farben. Jede Anzeige wird gestochen scharf wiedergegeben, einzelne Pixel kann man hier nicht mehr sehen. Auch in der Sonne ist das Display gut ablesbar.
Die Helligkeit ist in fünf Stufen regulierbar. Wie üblich aktiviert sich nach einer festgelegten Zeit der Bildschrimschoner. Neu ist der sog. Schlafmodus, in dem sich der Screen nach einer gewissen Zeitspanne ohne Benutzung auch vollständig ausschalten kann.

Klang

Der integrierte Lautsprecher überraschte mich bereits beim ersten Einschalten mit der Startmelodie. Er klingt sehr sauber und satt. Je nach Einstellung kann er auch eine recht hohe Lautstärke einschlagen - auch dann verzerrt der Klang nicht.
Die Sprachqualität beim Telefonieren ist nochmals um einen Tick besser als bei meinem 6680. Der Gesprächspartner lässt sich klar und deutlich verstehen, auch ein Hintergrundrauschen ist nicht vorhanden.

Der Klang über das mitgelieferte Headset hat sich im Vergleich zum 6680 allerdings nicht merkbar verbessert. Er ist gut, aber nach der Überraschung durch den Lautsprecher hätte ich mehr erwartet.

Kamera

Ich bin kein Fan der Idee, aus einem Handy eine Digitalkamera zu machen. Gegen eine integrierte Kamera habe ich zwar nichts, aber ich nutze sie hauptsächlich dafür, wofür sie meiner Meinung nach gemacht ist - für Schnappschüsse.

Beim N80 verfolgt Nokia offensichtlich eine andere Idee und will das Gerät zur vollwertigen Digicam mutieren lassen. Aus diesem Grund musste die von mir geschätzte Einfachheit des Kameramenüs dem Rotstift zum Opfer fallen.
Beim Aufruf der Kamera dreht sich die Menüanzeige um 90 Grad, wie es schon von anderen Geräten wie dem Sony Ericsson K750i bekannt ist. Für mich, der ich mein Handy gerne nur mit einer Hand bediene, ziemlich unangenehm.
Wer sich ein wenig im Menü umsieht wird mit Einstellungen wie dem Weißabgleich, dem Belichtungswert oder dem Farbton erschlagen.
Bis man das alles eingestellt hat, ist es für einen Schnappschuss definitiv zu spät.

Zu der Qualität der Bilder:
Auch wenn es eine Handycam ist - von den drei Megapixeln hätte ich mir ein wenig mehr erwartet. Meine bisherigen Bilder sind ziemlich unscharf und sehen nur auf dem Handydisplay wirklich gut aus.

Verbindungsmöglichkeiten

Hier hat Nokia zugelegt - mittels des USB-Kabels lässt sich das N80 problemlos als Wechseldatenträger am Computer anschließen. Aus mir persönlich unerfindlichen Gründen (beim N-Gage ging's noch ohne) versetzt sich das Gerät dafür in den Offline-Modus, sprich Anrufe, SMS, etc. werden in dieser Zeit nicht angenommen. Nervig ist auch, dass der Mitteilungseingang jedes Mal manuell auf den internen Speicher umgestellt werden muss, sofern er auf der Speicherkarte liegt.

Neben dem Wechseldatenträger-Modus bietet das N80 auch noch die Verbindung zur PC Suite oder zu einem PictBridge- kompatiblen Gerät. Nachdem es keine PC Suite für OS X gibt, und ich auch kein PictBridge-Gerät habe, kann ich zu diesen beiden Verbindungsmodi nichts sagen.

Als angenehme Neuerung unterstützt das N80 Wireless LAN. Die Konfiguration ist recht einfach und schnell gemacht, anschließend steht einem Surfen über das Netzwerk nichts mehr im Wege. Mehr als dieses habe ich bislang auch noch nicht gemacht, einige weitere Tests sind aber geplant.

Der Standard UPnP wird ebenfalls vom Nokia N80 verwendet - auch hier fehlen mir allerdings weitere Geräte, um mehr dazu schreiben zu können.

Symbian 3rd Edition

Dies war eigentlich der Hauptgrund für den Kauf des N80 - die neue Symbianversion. Nokia hat sowohl optisch als auch unter der Haube einiges an dem Betriebssystem getan, weswegen ich es allein für die Kompatibilitätsliste benötigt habe.
Vieles ist aber auch gleich geblieben und Nutzer älterer Symbian-Geräte werden sich auch in der 3rd Edition schnell zurechtfinden.

Webbrowser

Positiv aufgefallen ist mir auf Anhieb der zweite Webbrowser, den Nokia neben dem standardmäßigen Dienste-Programm mitliefert. Er basiert auf der Engine von Apple's Safari, was der Grund für seine guten Darstellungsfähigkeiten ist. Mit Mobile-Tutorials.de in der nicht-mobilen Fassung hatte er überhaupt keine Probleme. Eine Seltenheit bei mobilen Browsern, da diese Seite ein recht hohes CSS-Verständnis fordert, das fast nur Desktop-Browser aufbringen können.
Die MiniMap-Option, die eine Übersicht der ganzen Seite mit der aktuellen Position anzeigt, ist sehr praktisch, um sich zurechtzufinden.
Betätigt man die Zurück-Taste, so zeigt der Browser eine Miniaturansicht der letzten Seiten an. Das Zurückfinden zu einer bestimmten Seite wird damit deutlich erleichtert.

Musik

Der neue Musikplayer bietet nun auch einen Klangregler und stellt alle Daten und Menüpunkte übersichtlich dar. Das Auslesen von ID-Tags funktioniert einwandfrei. Einzig die Bedienung war beim MPlayer von Nokia angenehmer.
Dafür integriert sich der Player wieder in den Active Standby. Ein paar mehr Funktionen in dem Standby wären mir aber Recht gewesen, z.B. die Möglichkeit, ein Lied weiter zu schalten.

Galerie

Genau wie in der Kamerafunktion dreht sich die Anzeige auch in der Bildergalerie um 90 Grad. Auch hier hätte man lieber auf diese Funktion verzichten sollen, bzw. zumindest eine Alternative bereitstellen können.
Das Berechnen der Thumbnails scheint mir zusätzlich recht lange zu dauern, auch die animierte Ansicht beim Bilderwechsel überzeugt mich nicht sonderlich. Eine normale Listenansicht würde mir besser gefallen.

Radio

Das integrierte Radio überzeugt durch sauberen Empfang und guten Klang. Ein Headset wird zwingend als Antenne benötigt. Das Feature Visual Radio lässt sich mangels kompatiblen Sendern nicht testen.

Fazit

Daumen hoch - das N80 ist ein sehr gutes Gerät. Abgesehen von den paar Makeln, die ich oben beschrieben habe, bin ich bislang sehr zufrieden. Die Nachfolge meines 6680 kann es problemlos antreten.


2 Kommentar(e)

  • Nature 23.04.2007 14:39

    Hi Michi,
    danke für den tollen Testbericht, werde ich ja doch etwas neidisch mit meinem S40. Ein paar spontane Anmerkungen:
    - Schlafmodus: Nach meinem Beobachtungen beim 6280 spart der enorm viel Strom (2 Tage statt 1-1,5 bei viel spielen, fummeln, wapen)
    - ein Fan von dem Quermodus (Kamera) bin ich auch noch nicht geworden
    - der zweite Webbrowser klingt echt gut, wenn er im Alltag das hält, was er verspricht, wär super. Wie ist der Eindruck nach ein paar Wochen?
    Gruß Nature

  • Michael 23.04.2007 14:41

    Hallo,

    den Schlafmodus habe ich so ziemlich als erstes aktiviert. Wie lange der Akku ohne selbigen aushält, will ich lieber gar nicht wissen. Mittlerweile hat sich die Leistung ein wenig verbessert, die heutigen 40 min Musik haben noch keinen Strich der Ladeanzeige gekostet. Trotzdem hat mir mein 6680 in dieser Hinsicht besser gefallen…

    Mit dem Quermodus werde ich mich ziemlich sicher nie anfreunden können. V.a. in der Bildergalerie hätte man ihn weglassen oder zumindest per Einstellung deaktiverbar machen können. Will man mehrere Bilder markieren, ist das immer eine Fummelarbeit, da die Stift-Taste weiter rechts als die Steuerungstaste liegt.

    Der zweite Webbrowser ist wirklich super. Auch bei größeren Seiten scrollt er ziemlich flüssig, und dank dem integrierten Cursor entfällt das lästige Durchklicken von Links, bis man mal an seinen Wunschlink gekommen ist.
    Die Seiten werden dank der Rendering-Engine von Safari sauber und desktop-like aufgebaut.
    Leider lässt o2 diesen Browser nicht über den Proxy, damit ich mein Surf&E-Mail-Pack nutzen kann, muss ich unterwegs also weiterhin den Standardbrowser benutzen. Aber es gibt ja zum Glück noch WLAN…

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